Gerichtsgutachten

Häufig werden von einem Prozessbeteiligten Mängel an einem Gebäude oder an einer handwerklichen Leistung behauptet. Deswegen werden z.B. Zahlungen nicht geleistet oder es werden Mängelbeseitigung oder Ersatzkosten eingefordert.
Behauptet nun ein Kläger im Zivilprozess eine Handwerkerleistung sei mangelhaft ausgeführt worden, so trägt er die Beweislast für diese Behauptung.

Der Kläger muss im Verfahren beweisen können, dass die Arbeiten des Handwerkers zum Beispiel nicht entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik ausgeführt wurden.
Die Zivilprozessordnung sieht unter anderem die Zuziehung eines Sachverständigen als Beweismittel vor. Entscheidet das Gericht nun, dass ein Sachverständiger für die Klärung der Behauptungen hinzugezogen wird, so werden die vorliegenden Behauptungen als Beweisfragen in einem Beweisbeschluss formuliert und dem Sachverständigen zur Bearbeitung übergeben.

Bei Mängelbehauptungen bei Gebäuden oder Bauwerken ist es häufig notwendig, einen Ortstermin zur Besichtigung der Streitsache durchzuführen. Der Sachverständige untersucht dabei die streitgegenständliche Leistung. Die Feststellungen werden im Sachverständigengutachten schriftlich niedergelegt. Während des Ortstermines werden Fotoaufnahmen gefertigt, die ebenfalls in das Gutachten eingearbeitet werden.

Nach Abschluss des Ortstermines werden anhand der Beweisfragen die Feststellungen mit den allgemein anerkannten Regeln der Technik oder dem geschuldeten Sollzustand vom Sachverständigen verglichen.

Wenn es also um erkennbare und belegbare Baumängel oder Baufehler geht, verlassen sich Richter und die Beweisführer oft auf das fundierte Know-how und das objektive Urteilsvermögen eines Sachverständigen. Er hat das erforderliche Wissen, Baumängel und Baufehler zu erkennen und zu bewerten.

Auf seine Beurteilung müssen sich alle Beteiligten verlassen können: Kläger und Beklagter, Bauherr und Bauunternehmer, Anwalt und Richter.



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