Fundierte Privatgutachten.

Mit Privatgutachten bezeichnet man ein Gutachten, das von einer Partei in Auftrag gegeben wird.
Dies kann z.B. ein Privatmann, eine Gesellschaft, eine Behörde oder Versicherung sein.

Bei der Begutachtung von Bauschäden interessieren z.B. folgende Fragen:


Welche Ursachen hat der Schaden?
Wer ist für den Schaden verantwortlich?
Wie läßt sich der Schaden beseitigen?
Wie hoch sind die Kosten für die Schadensbeseitigung?
Ist die Höhe einer Forderung gerechtfertigt?

Privatgutachten werden aus unterschiedlichen Gründen erstellt:


Information des Auftraggebers

Der Auftraggeber will sich qualifiziert informieren, um sein weiteres Verhalten in der Auseinandersetzung festlegen zu können
Der Bauherr sucht z.B. eine sichere Grundlage, damit er seine Ansprüche stellen kann
Der Vertragspartner des Bauherrn will sich z.B. entscheiden, ob er die Ansprüche ablehnen oder erfüllen soll
Ein Parteigutachten dient auch als Grundlage für eine Klageerhebung oder Klageerwiderung
Auch in späteren Stadien des Prozesses können die Parteien die Richtigkeit des gegnerischen Vortrages, insbesondere auch die Richtigkeit des Gerichtsgutachtens durch Parteigutachten prüfen lassen

Klärung von Meinungsverschiedenheiten

Ein überzeugendes Gutachten kann Meinungsverschiedenheiten zwischen den Parteien ausräumen, eine Einigung erleichtern und den Weg zur Schadensbehebung freimachen helfen.
Ein überzeugendes Gutachten kann dem Bauherrn zum Beispiel klar machen, daß er bisher den falschen Partner für den Schaden verantwortlich gemacht hat oder unsinnige und zu teure Methoden der Schadensbehebung gefordert hat.
Auch ein vom Bauherrn eingeholtes Parteigutachten kann einen Unternehmer bewegen, daß er die Beseitigung eines Mangels nicht mehr verweigert, wenn das Gutachten überzeugend ist.


Schiedsgutachten

Zwei oder mehrere Parteien können vereinbaren, das Gutachten eines Sachverständigen einzuholen, das für jede Partei verbindlich sein soll (Schiedsgutachtenabrede).
In der Regel beauftragen die an der Schiedsgutachtenabrede Beteiligten den Sachverständigen (Schiedsgutachtervertrag).
In dem Schiedsgutachten wird nicht über einen rechtlichen Anspruch, sondern über bestimmte Sachverhalte entschieden. Jeder Sachverhalt, der zwischen zwei Parteien
streitig ist und der einem Sachverständigen zur Beurteilung unterbreitet werden kann, kann auch Gegenstand eines Schiedsgutachtens sein (z.B. die Ebenflächigkeit eines
Fußbodens, Qualitätismängel von Bauleistungen).
Einen Schiedsgutachter beauftragen die streitenden Parteien meistens in der Erwartung, daß ein Rechtsstreit vor Gericht nicht nötig ist, wenn der strittige Sachverhalt durch das
Schiedsgutachten geklärt wird. Die Parteien fürchten die hohen Kosten und die lange Dauer eines Gerichtsprozesses, sie wissen, daß die ordentlichen Gerichte nur mit Juristen als
Richter besetzt sind, die sich mangels eigener Sachkunde meistens eines Sachverständigen bedienen müssen, dessen Gutachten weitgehend den Ausgang des Prozesses bestimmt.
Durch ein Schiedsgutachten läßt sich der Streit über einen Sachverhalt schneller und kostengünstiger beenden.


Versicherungsgutachten

Das Versicherungsgutachten ist ebenfalls ein Privatgutachten und dient der Information der Versicherung als Auftraggeber.
Der Auftrag beschränkt sich üblicherweise auf die Beurteilung des durch einen Versicherungsvertrag gedeckten Risikos des Versicherten (z.B. Haftpflichtschaden).


Beratungsgutachten

Das Beratungsgutachten dient zur Information und Entscheidungshilfe des privaten Auftraggebers.
Eine Beratung erfolgt meist mündlich zu begrenzten Problemen, und dient z.B. als Entscheidungsgrundlage zur Erstellung eines schriftlichen Gutachtens.


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